Mit der Karte vom Touristenbüro mache ich mich auf, die Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Ich wandere zum Chalermwattana House. Das ist ein traditionelles Holzhaus, es sollen auch Töpfereien zu sehen sein. Das Tor ist allerdings geschlossen, eine Dame erklärt mir, dass das Haus während Covid geschlossen wurde und seither zu ist. Schade.
Nicht weit davon befindet sich das Nationalmuseum. Es ist geöffnet. Der Eintritt kostet 80 Baht. Ein Angestellter gesellt sich sogleich zu mir und erklärt mir die ausgestellten Objekte, was mich etwas nervt, denn die Sachen sind auch auf Englisch angeschrieben, und sein Englisch kann ich kaum verstehen. Aber ich mach gute Miene und folge ihm.
Die Ausstellung ist eher klein, aber die Statuen und Figuren sind ausnehmend schön. Die meisten davon sind aus der Sammlung von Somdej Phra Maha Viravong (1876-1956), welcher Abt des Tempels Wat Suttha Chinda war, wo sich auch das Museum befindet.
Einige Skulpturen stammen aus der Dvaravati Periode.
Der Begriff „Daravati“ stammt aus dem Sanskrit und findet sich auf antiken Münzen, die in Suphan Buri, Nakhon Pathom, Singburi und Chainat entdeckt wurden. Daravati bedeutet „aus Toren bestehend“ und bezieht sich üblicherweise auf einen antiken Seehafen. Heute wird der Begriff verwendet, um die antike Kultur der Städte am Chao Phraya vor 900–1400 Jahren zu beschreiben. (11. bis 12. Jahrhundert v. Chr.)
Daravati war eine indianisierte Kultur, die die Lebensweise der einheimischen Thai-Bevölkerung beeinflusste. Sie verschmolz mit der thailändischen Kultur zu einer eigenständigen Identität, die sich anhand buddhistischer archäologischer Funde gut erforschen lässt.
Daravati in Nakhon Ratchasima:
1000 bis 1200 Jahre alte buddhistische und skulpturale Zeugnisse am Moon River und am Lam Plai Mas River deuten darauf hin, dass Nakhon Ratchasima eine antike Stadt war, die von der Daravati-Kultur geprägt war. Belege dafür wurden in den Bezirken Sung Noen, Hua Thalang und None Sung entdeckt. Auch buddhistische Skulpturen und Grenzmarkierungen aus Sandstein wurden in diesen Gebieten gefunden.
In Ban Kong Rong, Hua Thalang und anderen Orten wurden kreisförmige und elliptische Kanäle und Wälle um menschliche Siedlungen gefunden.
Muang Sema, Ban Sema im Bezirk Sung Noen ist eine bedeutende archäologische Stätte der Daravati-Kultur in Nakhon Ratchasima. Ratchasima. Archäologen vermuten, dass diese antike Stadt bereits im 12. bis 16. Jahrhundert BE besiedelt war. Viele antike Monumente und Kunstgegenstände, die in diesem Gebiet gefunden wurden, sind eindeutig von der Dvaravati-Kultur beeinflusst. Südlich von Muang Sema in Wat Thammajag in Semaram wurden eine bedeutende Buddha-Statue und gewaltige Ruinen aus der Dvaravati-Kultur entdeckt. Die 18,3 Meter hohe Buddha-Statue besteht aus verschiedenen Sandsteinarten. Die entdeckte Inschrift „Boe E Ga“ in Khmer erwähnt den König von Srijanasa im Jahr 1411 BE. Diese Inschrift ist ein wichtiger Beleg für die kontinuierliche Besiedlung dieser Region von der Dvaravati- bis zur Khmer-Zeit im 14. bis 16. Jahrhundert BE, also vor 900 bis 1000 Jahren.
Weitere Gegenstände sind aus der Khmer Zeit.
Ich beende meinen Besuch und wandere über den grossen Platz, wo sich auch das Stadttor und die Statue der Thao Suranari. Mehrere Gruppen präsentieren oder üben traditionelle Tänze, ich passiere das Volkshelden Denkmal und besuche das Thao Suranari Victory Building. In einem Diorama wird die Geschichte dieser Heldin erzählt.
Thao Suranari (auch Lady Mo) stammte aus Nakhon Ratchasima. Sie lebte gegenüber dem Wat Phra Narai Maharat, dem Haupttempel von Nakhon Ratchasima, südlich der Stadt.
1826 fiel König Anouvong von Vientiane in Siam ein, um die vollständige Unabhängigkeit zu erlangen. Anouvongs Truppen eroberten Nakhon Ratchasima durch eine List, als der Gouverneur abwesend war. Die Invasoren evakuierten die Einwohner mit der Absicht, sie in Laos anzusiedeln. Lady Mo wird die Rettung ihres Volkes zugeschrieben, indem sie den Feind bedrängte. Verschiedene Legenden berichten, dass sie entweder die einfallenden Soldaten betrunken machte oder auf dem Rückweg nach Vientiane eine Rebellion der Gefangenen anführte. Die allgemein anerkannte Version besagt, dass Lady Mo, als die laotischen Invasoren die Frauen zum Kochen zwangen, Messer verlangte, um Essen zubereiten zu können. In der Nacht, als die Invasoren schliefen, gab sie die Messer den gefangenen Männern. Sie überraschten die laotischen Truppen, die daraufhin flohen, und die Gefangenen entkamen. König Rama III. von Thailand entsandte kurz darauf eine Armee unter General Sing Singhaseni zur Verfolgung. Dieser besiegte Anuvoungs Truppen in dreitägigen Kämpfen und zerstörte Anuvoungs Hauptstadt Vientiane vollständig.
Am unteren Ende des Platzes, der an eine Alameda in Spanien erinnert, steht das Thao Suranari Deeds Monument. Man kann die Treppe hochsteigen, aber mehr konnte ich nicht ausmachen. Am Wat Phayap vorbei gehe ich zu den Gebäuden, die mit Art Gallery and Exhibition angeschrieben sind. Es hat ein paar Dutzend schief hängende Bilder, welche an Schülerarbeiten erinnern. Lohnt sich nicht.
Der nächste Ort ist etwas weiter weg, das Korat Museum befindet sich auf dem Gelände der Nakhon Ratchasima Rajabhat Universität.
Die Ausstellung hat einige interessante Objekte aus einem grossen Zeitraum, man findet ein prähistorisches Skelett einer 25 jährigen Frau mit Halsschmuck, daneben Objekte aus Phimai und von anderen Orten. Das meiste ist auf Thai angeschrieben, einige knappe Erklärungen auf Englisch entdecke ich erst beim zweiten Durchgang.
Der Weg führt wieder zurück zum Wasserkanal, welcher den alten Stadtteil umgibt (ähnlich Chiang Mai). Ich bin froh um die Fussgängerüberführung, die Strasse ist sehr breit und es rollt viel Verkehr. Ich schaue mir ein Überbleibsel der Stadtmauer an, dann wandere ich weiter zum 100 jährigen Bodhi Baum. Der Bodhi-Baum (auch Pappel-Feige oder Buddhabaum genannt) ist der heilige Baum im Buddhismus, unter dem Siddhartha Gautama die Erleuchtung (Bodhi) erlangte und zum Buddha wurde. Er symbolisiert Erwachen, Erkenntnis und inneren Frieden, weshalb er in buddhistischen Traditionen eine zentrale Rolle spielt und oft in Tempelanlagen gepflanzt wird.
Dieser steht etwas unheilig zwischen zwei Abbruchhäusern auf einem unappetitlichen Areal.
Ich komme an einem grossen lokalen Markt vorbei und kaufe Grapefruit (man kriegt hier Schnitze ohne Haut, fertig zubereitet) und Kanom Krok. Ein riesiger Waran tut sich auch auf dem Markt gütlich. Ich halte Abstand.























