Im Touristenbüro habe ich eine Broschüre mitgenommen, in welcher eine Tour durch Kampot beschrieben wird. Die trägt den Titel: Architecture of Kampot. Diese Tour will ich heute machen. Das erste Objekt auf meiner Route ist eine gelbe Villa, die einem gewissen Dr. Dauban gehört haben soll. Über diesen Herrn ist leider nichts Weiteres zu erfahren. Heute befindet sich darin das Tourismus Departement. Auch im nächsten Gebäude hat sich ein amtliches Büro eingenistet, diesmal ist es das Informations–Departement, welches das rötliche Gebäude bewohnt. Die Bäckerei, welche seit 1940 immer noch in Betrieb sein soll, ist etwas schwieriger zu finden, weil sie auf der Karte ungenau eingetragen ist. Beim Suchen lerne ich einen Café-Besitzer kennen, I., ein Kroate, aber jetzt Schweizer aus Bonstetten, welcher seit 4 Jahren in Kampot lebt. Seine junge Angestellte büffelt Gesetzesbücher, wenn sie nicht serviert, sie studiert nämlich Jus. Ich bleibe für einen Kaffee und ein Croissant.
Die Bäckerei finde ich dann doch noch, oder zumindest das Haus. Es scheint verlassen zu sein, da wird nichts mehr gebacken.
Das ehemalige Theater ist nur noch eine verwitterte Fassade, das Alte Kino ist wieder falsch auf dem Plan eingetragen, ich finde es dennoch. das Gebäude ist jetzt ein Hotel. Ich komme zum Fluss, wo im Fischmarktgebäude der Starbucks haust. 100 m weiter östlich war früher die Markthalle, das Gebäude ist noch erkennbar, aber von allen Seiten von Läden umstellt. In der früheren Residenz des französischen Militärkommandanten befindet sich das Rote Kreuz. Das palastähnliche gelbe Haus beherbergt das Provinz–Museum, welches für unbestimmte Zeit geschlossen ist. Dahinter geht es zum Lotus–Teich, zur Polizei–Station und zur Chinesischen Schule.
Zum Mittagessen besuche ich nochmals das Aroma House. Wieder ausgezeichnet.
Am Nachmittag habe ich eine Tour zur Bokor Hill Station gebucht. Der ausserhalb Kampot liegende Hügel ist 1075 m hoch. 1920 bauten Franzosen und der damalige König eine Strasse hinauf und errichteten mehrere Gebäude.
Mit dem Tuktuk fahren wir los, wir sind nur zwei Teilnehmer. Der Hügel liegt leider im Nebel, und ab und zu regnet es auch. Vom Aussichtspunkt hat man einen Blick auf die Stadt, die Salzfelder, den Fluss und die Ebene bis zum Meer. Heute ist die Sicht nicht sehr klar. Kampot hat drei Haupterwerbszweige: Durian, Salz und Pfeffer.
Wir fahren weiter hoch und kommen zum Sommer-Palast des Königs Sihanouk. Er wird Schwarzer Palast genannt, weil er früher mit schwarzem Holz verkleidet war. Heute ein trostloses Abbruchhaus. Auch die alte katholische Kirche ist so ein Objekt. Ein neues Hotel mit Casino wurde gebaut, ist aber zur Zeit geschlossen. Eine grosse Überbauung mit Wohnungen und Läden steht ebenfalls leer. Der Nebel wird immer dichter, es ist auch eher kalt. Das verstärkt natürlich den Eindruck eines Lost Place. Wir warten nicht auf den Sonnenuntergang (der kommt heute nicht) und fahren nach Kampot zurück.





















