Zum Frühstück gibt es Omelette mit Baguette, dazu einen grossen Kaffee. Ich packe meine Sachen und lese in der Hängematte. Schon bald kommt mein Gastgeber und meldet mir, dass ein Schiff nach Kep fahre. Diesmal kann ich beim Touristenpier einsteigen, mein Hotelier bringt mich sogar die kurze Strecke mit dem Roller hin. Ich habe extra die Sandalen und kurze Hosen montiert nach der letzten Überfahrt, aber diesmal komme ich trockenen Fusses an Bord und auch wieder an Land. Die See ist auch nicht so wellig und wir kommen schnell vorwärts.

Am Hafen von Kep bietet mir ein Tuktukfahrer seinen Dienst an. Ich lehne zuerst ab und sage ihm, dass ich den Bus nehme. Dann bietet er an, mich für 10$ an die Grenze zu fahren. Darauf gehe ich ein. 

Während der Fahrt installiere ich die eSIM für Vietnam, welche ich gestern bei Airalo gekauft habe (4$ 1 GB für drei Tage, ich habe vor, nur eine Nacht in Vietnam zu bleiben). An der Grenze aktiviere ich die eSIM, das funktioniert auf Anhieb und ich habe Datenempfang. Mein Fahrer hilft mir an der Grenze mit dem Gepäck und zeigt mir, bei welchem Büro ich meinen Pass zeigen muss. Das geht speditiv und ich kriege sogar einen Ausreisestempel.

Am Ausgang meldet sich ein Motorradfahrer, der mich für 10$ nach Tiên bringen will. Auch er zeigt mir den richtigen Schalter. Für die Einreise nach Vietnam hat es mehr Leute und  es dauert eine Weile, bis ich durch bin. Hier brauche ich als Schweizer seit kurzem kein Visum mehr, und ich dürfte 45 Tage in Vietnam bleiben. Mein Motorradfahrer steht am Ausgang bereit, gibt mir einen Helm und bringt mich in 20 Minuten zu meinem Hotel Sài Gòn. Ich kann mein grosses und komfortables Zimmer sofort beziehen. 

Für morgen buche ich die Busfahrt zurück nach Kep, die kostet 18$. Meine persönliche Betreuung auf der Hinfahrt war also nicht viel teurer.

Ich spaziere zum Markt, wo aber gerade zusammengeräumt wird. Am Geldautomat hole ich mir Dongs, dann gehe ich Mittagessen. Im Restaurant Anh Điền bestelle ich Pho mit Rindfleisch, das kommt mit dem gewohnten Berg an frischen Kräutern. Die Suppe ist ausgezeichnet, der Preis 50’000 Dong (1.50). Im Everyday Coffee geniesse ich Kaffee und Kuchen auf der Terrasse, wo man auf den Giang Thanh blickt. 

Ich spaziere an der katholischen Kirche vorbei zur Tam Bao Pagoda, welche 1730 von Mac Cuu gegründet wurde. Nicht weit von dieser Pagode ist ein hübscher Park mit dem Grab von Mac Cuu. Die Mac Familie soll Tiên im 18. Jahrhundert gegründet haben. 

Die Stadt wirkt sehr ruhig und sauber. Es hat wenig Verkehr und viele Grünflächen. Die Umgebung bietet sich sicher für Ausflüge zu Fuss und mit dem Rad an. Vielleicht sollte ich mal hier überwintern.

Am Abend spaziere ich dem Fluss entlang, unter der Brücke durch und dann hinauf auf einen kleinen Hügel mit Restaurants, von wo man etwas Aussicht auf die Stadt und die Brücke hat. Weiter schlendere ich durch die Strassen um den Markt, suche die Oasis Bar (ist aufs Land gezogen), dann habe ich etwas Hunger, aber nicht für ein ganzes Abendessen. Bánh mì  ist die Lösung, ich finde einen Stand, das Sandwich ist sehr gut und der Preis von 20’000 Dong günstig.

Bei einer Bäckerei erstehe ich zwei gefüllte Madeleines, die sind ebenfalls sehr lecker.