Ich stehe um 6 Uhr auf und gehe auf eine Laufrunde. Es herrscht schon emsiges Treiben; auf dem Platz am Fluss machen einige Aerobics und ein Paar übt Tanzschritte. Entlang dem Fluss breiten Fischer ihre Fänge aus, um die Markthalle sitzen Verkäuferinnen mit Gemüse oder Meeresgetier und bieten ihre Ware an, oder man sitzt einfach zum Plaudern.

Ich folge dem Fluss zur Mündung und komme in ein Gebiet mit vielen Neubauten. Angeschrieben ist die Überbauung mit New Vegas, das Ganze bildet ein Unterhaltungs-Resort mit Casino. Einiges scheint erst im Bau, oder ist das schon wieder verlassen? Auf der Webseite des Unternehmens findet man folgende Phrase:

New Vegas – Immobilien-Meisterwerk an der Küste, das ein neues Leben gestaltet. Mit einer erstklassigen Lage in Ha Tien City, Provinz Kien Giang – New Vegas ist nicht nur ein Ort zum Übernachten, sondern auch ein Symbol des modernen Lebens, wo Sie wahre Lebenswerte genießen können.

Also typisches Investorengeschwafel.

Hier bin ich schon in der Bucht von Hà Tiên, das Meer ist eine schmutzige Brühe. Ich drehe um und setze meinen Weg flussaufwärts fort, wieder vorbei am Markt und dem Ufer entlang. Hier wurde mal ein kleiner Park angelegt. Leider ist der Fussweg nicht durchgehend. Über eine Brücke gelange ich zum Hafen. Hier ist wieder überall der angeschwemmte Plastikmüll zu sehen. 

Nun kehre ich zurück zum Hotel, dusche und frühstücke im Everyday Coffee. Ich spiele eine Stunde lang Gitarre, dann packe ich meine Sachen und bezahle die Unterkunft. Um 11 Uhr kann ich den Bus nach Kep besteigen.

Vor der Grenze steigen alle aus, wir nehmen unser Gepäck und holen den Ausreisestempel von Vietnam. Der Busschauffeur kommt auf einem Motorrad daher und schaut, dass wir uns nicht verirren. Jetzt geht es eine längere Strecke zu Fuss zur kambodschanischen Kontrolle. Hier beantrage ich mein Visum, die Beamten sind sehr locker und das Ganze geht schnell. Allerdings verlangen sie 37$, statt der amtlichen 30$. Ja, die wollen auch leben. Mit dem Visum geht es zur Einreisekontrolle, dann habe ich alle Stempel (zwei Beamte gehen durch ein Sammelsurium an Stempeln und verschiedenfarbigen Stempelkissen) und gehe weiter zu einem anderen Bus, welcher uns nach Kep bringt.

Von der Busstation nehme ich für 2$ ein Tuktuk zu meinem Hotel Yellow Sun. Mein Zimmer ist schon bereit, die Anlage ist sehr gemütlich und der  Pool erinnert an den vom Enjoy Boutique Hotel in Siem Reap. Ich esse Lok Lak, dann spaziere ich zum Markt, das sind etw 2 km. Kep ist sehr zersiedelt und die Stadt erstreckt sich über mehrere Kilometer mit langen unbebauten Abschnitten. Am Markt tausche ich meine restlichen Dongs in Riel, dann trinke ich im linlincafekep eine Kaffee, der ist ausgezeichnet. 

Am Pier hat es ein Delikatessenhgeschäft und Restaurant mit dem passenden Namen Deli’s Kep. Die Quarktorte schmeckt gut, die Aussicht auf das Pier und die Insel Kaoh Tonsay ist schön. Ich wandere zum Hotel zurück.