Heute mache ich mich auf den Weg zum Yeak Laom See. Das ist ein kreisrunder Kratersee mit einem Durchmesser von 800 m und einer Tiefe von 50 m. Er ist vor 700’000 bei einem Vulkanausbruch entstanden. Der See liegt auf dem Gebiet des Tampuan Volkes. Das Wasser soll smaragdgrün sein.
Spontan entscheide ich mich, beim dem Homestay gegenüberliegenden Café ein Mountainbike zu mieten. Die Flotte sieht von weitem sehr neu und gut aus.
Ich fahre los, fahre ins Städtchen und biege beim grossen Feld, wo früher ein Flughafen war, auf die Strasse 78 ein. Ich verlasse diese für eine parallel laufende Nebenstrasse, dann komme ich auf die 78 zurück.
Das Velo erweist sich als billigste China-Ware (es werden aber auch gute Räder und Komponenten in China hergestellt) namens WAKE . Die Schaltung trägt den Namen SHIMING, welcher im Shimano Schriftstil daherkommt. Klare Irreführung. Nach gut 4 km verfängt sich das Schaltwerk beim Schalten auf das grösste Ritzel in den Speichen: Ende der Radtour. Ich schiebe das Rad etwa 3 km weit, dann bemerke ich ein Tuktuk mit einem Gepäckträger. Der Fahrer montiert mein Rad auf diesem und bringt mich zum Vermieter zurück.
Hier erhalte ich ein Ersatzrad, selbes Modell. Vorsichtig fahre ich wieder dieselbe Strecke. Ich vermeide die aussenliegenden Ritzel und nehme die Abfahrten langsam, denn ich traue dem Velo nicht und das Vorderrad eiert massiv.
Diesmal erreiche ich den See ohne Zwischenfälle. Ich bezahle 8000 Riel Eintritt und parke mein Rad. Die Strasse ist gesäumt von Verkaufsständen mit Kleidern, Esswaren und Getränken. Auch Honig wird überall angeboten. Ich folge dem Wanderweg rund um den See, welcher etwa 2.5 km lang ist. Er führt gemütlich durch den Wald und an einigen Badeplätzen mit Holzplattformen vorbei. Schwimmen tut niemand und das smaragdgrüne Wasser hat offenbar Urlaub, der See ist braun und trübe. Es hat einige verlassene Gebäude und viel kleine überdachte Plattformen mit Hängematten oder Platz für solche.
Es soll ein kleines Museum geben, das finde ich leider nicht. Ich trinke einen Passionsfruchtsaft, dann fahre ich zurück. Ich teste nochmals die Schaltung ohne Belastung: wenn die Kette auf dem grössten Ritzel liegt, ist das Schaltwerk gefährlich nahe an den Speichen. Da ist die nächste Katastrophe vorprogrammiert, den alle Teile wackeln oder biegen sich.
In Banlung besuche ich nochmals das Ta Nam Restaurant, diesmal bestelle ich Curry mit Reis. Das schmeckt auch gut.
Für den Kaffee fahre ich zum Crush Cafe, das ist wieder so ein gemütlicher Winkel mit einem sehr freundlichen Besitzerpaar. Der Kaffee ist ausgezeichnet, ich bestelle einen zweiten.
Jetzt geht es zurück, ich bringe das Rad retour und geniesse mein behagliches Hüttchen.









