Zahlreiche Weingärten, die das allmälig zu immer höheren Hügeln anschwellende Land zu bedecken anfingen, verkündeten die Nähe von Valdepeñas, wo der geschätzteste Rothwein von ganz Spanien wächst. Ueberhaupt ist die Mancha gar kein so armseliges Land, als man gewöhnlich denkt und auf den ersten Blick zu glauben berechtigt ist. Einen Culturzweig von großer Bedeutung habe ich schon erwähnt; dies ist der Saffranbau, welcher namentlich in der öden Mancha baja ins Große getrieben wird und nicht allein Spanien, sondern auch manche Theile des Auslands mit Saffran versorgt. Die Mancha alta, deren an Estremadura gränzender Theil nichts weniger als eine einförmige Ebene, sondern viel mehr ein sehr romantisches Gebirgsland ist, besitzt einen großen Reichthum an Metallen, in welcher Hinsicht ich blos die weltberühmten Quecksilberbergwerke von Almaden anführen will; und fehlte es nicht an arbeitsamen Händen und an Wasser, welches sich allenfalls durch Anpflanzung von Bäumen, namentlich immergrüner Eichen, die hier am besten gedeihen dürften, vermehren ließe, so könnte diese verachtete Provinz eine der werthvollsten Gegenden Spaniens werden.

Es war gegen 11 Uhr Nachts, als wir in Valdepeñas anlangten, woselbst wir drei Stunden blieben und somit hinlängliche Muße hatten, den edlen Rebensaft dieser Gegend zu probiren. Der Rothwein von Valdepeñas hat einige Ähnlichkeit mit dem Burgunder, dessen Feuer er theilt, nur ist er süßer und dabei weniger berauschend. Er kommt wohl nur selten ins Ausland, indem die größte Quantität desselben im Lande selbst, namentlich in Madrid, consumirt wird. Bei Anbruch des Tages erreichten wir Santa Cruz de Mudela, ein elendes Nest, in dessen Nähe es jedoch sehr ergiebige Antimonbergwerke giebt. Bald darauf gelangten wir auf die Höhe eines felsigen Hügelkammes, der die Ebene von Mudela im Süden umsäumt, und erblickten die lange Kette der in sanft geschwungenen Linien sich erhebenden Sierra Morena, hinter deren duftigblauen Kuppen die Sonne eben im reinstem Goldglanz emportauchte. Die dürre entvölkerte Hochebene Castiliens lag hinter mir; — ich stand an den Pforten des schönsten Landes der pyrenäischen Halbinsel!

aus Moritz Willkomm: Zwei Jahre in Spanien und Portugal, 1847

Auf einer sehr ruhigen Nebenstrasse verlasse ich Manzanares, fahre durch Membrilla (Antonio) und geniesse das Morgenlicht über den weiten Feldern. Weiterhin wird Getreide angebaut, auch Olivenbäume finden sich. Zum ersten Male sehe ich Pistazien. In Baños del  Peral fahre ich durch einen hübschen Park. Es scheint hier früher Brunnen und Bäder gegeben zu haben.

Mein Weg steigt an und führt wieder auf eine Hauptstrasse, wo der Verkehr dichter ist. Die Reben, von welchen Willkomm spricht, sind immer noch da. Wikipedia schreibt dazu:

In den 1980er Jahren erlebte Valdepeñas eine grundlegende Umstellung des Weinanbaus. Von den mehr als 600 traditionellen Weingütern wurden viele geschlossen. Es entstanden große Weingüter, die modernste Technik in der Weinherstellung und andere Vermarktungs-Methoden einsetzten. Der Wein, der traditionell die Tavernen von Madrid versorgte, geht seitdem auch an den internationalen Export. Verschiedene in der Region neue Rebsorten werden seitdem angebaut.

In Valdepeñas mache ich in der Bar Encuentros Pause und esse ein Sandwich. Auch hier finden sich Statuen mit Bezug zu Don Quijote, das ist ein präsentes Thema in der Mancha.

Auf der Weiterfahrt säumen weiterhin Reben die Strasse, worin riesige Weingüter thronen. Ich komme nach Santa Cruz de Mudela. Willkomm beschreibt es als elendes Nest, das ist es nicht mehr, und erwähnt Antimonbergwerke. Ich habe grosse künstliche Hügel und eine tiefe Grube bei meiner Ankunft gesehen, aber ich konnte nichts finden über Bergbau in Santa Cruz de Mudela. 

Mein Hotel ist direkt an der Autobahn, zuerst bin ich auf der falschen Seite beim Restaurant gleichen Namens. Dort erklärt man mir, wie ich über die Brücke zum Hotel gelange. Also für 35 € ist das Zimmer super: sauber, geräumig, WLAN, eigenes Bad. Das Mittagsmenü kostet 14.50 € und schmeckt gar nicht schlecht.

Den Rest des Nachmittags bin ich beschäftigt, meine weitere Reise zu planen, Routen auszutüfteln und Hotels zu buchen.