Nach dem Frühstück stelle ich mich mit meinem Gepäck an die Strasse. Gegenüber parkieren Tuktuks und ähnliche Gefährte, schon winkt mir ein Fahrer zu. Ich deute ihm an, auf meine Seite zu kommen. Er fährt ein Motorrad mit einem Seitenwagen, wo ich auf der Sitzbank Platz nehme. Die verlangten 100‘000 Kip kann er vergessen, ich offeriere ihm 50‘000, was auch schon zu viel ist. Der Fahrer ist einverstanden und bringt mich zum Mountainbike Verleih. Der ist im oberen Stock der AVISAutovermietung. Mein Rad steht bereit, bltzblank geputzt und bestens eingestellt, Gepäckträger montiert. See ist heute nicht da, aber eine junge Frau präsentiert mir alles: Helm, Werkzeug, Pumpe, Ersatzschläuche und zwei Sacochen für mein Gepäck. Ich bezahle 800‘000 Kip für vier Tage, fülle die Sacochen mit dem Nötigsten und lasse den Rest des Gepäcks hier.

Ich folge der Strasse 13 aus Pakse. Die ist zwar vierspurig, aber der Verkehr ist mässig und es hat oft auf der rechten Seite noch einen zusätzlichen Fahrstreifen, so eine Art Radweg. Ich komme gut voran und biege dann in die Strasse 16 E ein. Hier finden sich viele Schmiedinnen, die vor allem Macheten herstellen. Auch mehrere Kaffeefabriken säumen die Strasse, es sind meist riesige hässliche Gebäude.

Nach 35 km biegt rechts eine Piste zum Coffee Research Experimentation Center ab. Man soll dort eine gute Aussicht haben, also schaue ich mir diese an. Der Blick fällt über ein weites, zerklüftetes Waldgebiet, für Fotos ist das Licht nicht passend.

Bei einem hübschen kleinen Wat sind die Mönchs-Novizen gerade am Wäsche aufhängen. Nach Km 34 biege ich links ab zum Wasserfall Tad E-tu. Es gibt einen kleinen Parkplatz, da kommt schon ein altes Hutzelmännchen in einer zusammengeschusterten Uniform und verlang 20‘000 Kip für den Besuch. Ich spiele mit.

Ich folge dem Weg zum Klippenrand, der ist gesäumt von verlassenen und zerfallenden Häuser. Dann folgt ein steiler Abstieg nach links über viele Treppen.  Ich erreiche den Fluss unterhalb des Wasserfalls, welcher hier grosse Pools bildet. Es ist matschig und mit hohem Gras überwachsen, darum mache ich keine grossen Ausflüge. Aber der Wasserfall ist hübsch. Ich steige wieder hoch, plaudere mit einem netten Israeli, welcher seit 5 Jahren mit seiner laotischen Frau hier lebt und fahre weiter.

Ein Wegweiser preist das Café Sérénite an. Ich habe Hunger, also fahre ich die 300 m zu der idyllischen Anlage. Es ist ein sehr gepflegter und schön geschmückter Ort mit einer freundlichen Familie. Es gibt allerdings nur Kaffee, Shakes und Kuchen, keine Menüs. Dann nehme ich halt einen Shake und einen Kuchen. Ich kriege dazu noch eine ganze Kanne Tee, dann zeigt mir die Besitzerin ihren Garten. Sie pflanzt Tee, Kaffee, Pfeffer, Kakao, Durian, Papaya und wohl noch einiges mehr an. Die Kaffee-Ernte ist gerade vorbei, darum sind nur noch wenige Bohnen zu sehen. Ich kaufe ein Paket Pfeffer, habe zwar eigentlich keinen Platz, aber die Familie ist so was von freundlich, da konnte ich nicht Nein sagen.

Der nächste Halt ist nur wenige Kilometer weiter, hier stürzt der Doppelwasserfall Tad Fan 220 m in die Tiefe. Dieser Ort ist sehr touristisch, es gibt einen grossen Parkplatz und der Eintritt beträgt 65‘000 Kip. Auf dem Gelände hat es verschiedene Imbissecken, ein Restaurant und Unterkünfte. Die Attraktion ist die Zipline, mit welcher man auf die andere Seite der Schlucht und dann über den Wasserfall wieder zurück segelt. Das sieht recht spektakulär aus.

Da ich eigentlich für heute weit genug gefahren bin, erkundige ich mich nach dem Preis einer Übernachtung. Das Zimmer in einem der schönen Hüttchen kostet 630‘000 Kip, das leiste ich mir. Nach der Dusche gehe ich im Restaurant essen, das ist verständlicherweise etwas teurer als in Pakse, aber gut und mit viel frischem Gemüse. Am Aussichtspunkt plaudere ich mit einer Familie aus Vientiane, die mit Verwandten aus Paris hier sind und auch im Resort übernachten. Sonst hat es keine Gäste mehr und der Ort ist ganz ruhig.