Beim Frühstück plaudere ich mit  L. aus Frankreich und A. aus Saskatchewan, die in der Gegenrichtung unterwegs sind. Dann verabschiede ich mich und fahre auf der Landstrasse nach Beng, dann auf der Strasse 20 nach Tad Lo. Hier biege ich von der Hauptstrasse links ab und komme ins Dorf Tad Lo. In dieser Gegend leben verschiedene Volksgruppen: Tat Oy, Katu, Ngae, Souay und Nyet. Es hat viele Unterkünfte und Restaurants, die auf die westlichen Touristen, welche hier mit dem Roller vorbeikommen, zugeschnitten sind. Bei Mama Pap (Restaurant und Homestay) erlaube ich mir ein zweites Frühstück mit Kaffee und Bananen-Pancakes. Ganz in der Nähe schaue ich mir den Tad Hang Wasserfall. Ich bleibe auf der Nebenstrasse und komme am Eingang zur Tad Lo Lodge vorbei, wo der Pfad zum Sacred Forest beginnt. Der führt durch den Dschungel und vorbei an einigen hohen Bäumen zum Tad Lo Waterfall. Ich folge dem Pfad zurück zu meinem Fahrrad und bleibe auf der Strasse, welche unterhalb der Wasserkraftanlage den Fluss Tat Lo überquert, dann kräftig ansteigt und mich zum Tad Soung Wasserfall (5000 Kip Eintritt) bringt. 

Eine Treppe führt zur Talstufe oberhalb des Wasserfalls, welcher hier 90 m senkrecht in die Tiefe stürzt. Der Blick über die Kante ist recht atemraubend, man sieht den Fels und dahinter taucht die Landschaft wie in weiter Ferne auf. Breite Felsbänder ziehen sich durch das schöne Flusstal, einige Buddha Statuen schmücken den Ort. Ich folge der Treppe zurück und nehme den Weg nach rechts, welcher mich zu einem Aussichtspunkt bringt. Dieser ist ziemlich morsch und zugewachsen, sodass man keinen wirklich guten Blick auf den Wasserfall kriegt. Der Pfad führt eigentlich weiter und man sollte so die Basis des Falls erreichen. Er ist aber dermassen von Bambus überwachsen, dass ich ihm nicht weiter folge.

Ich kehre zurück zur Strasse 20 und suche die Abzweigung zum 1000 jährigen Baum. Diese Strasse ist sehr staubig und wird von vielen Lastwagen befahren. Ich kriege meinen Anteil an Strassenstaub! Meine Karte meint aber bald, dass ich links abzweigen soll, ich komme zuerst durch ein abgeerntetes Tapioka Feld, bis ich den richtigen Weg entdecke, wo jetzt niemand mehr ist und auch kein Staub. Bald biege ich in einen Wald ein, es wird dunkel und etwas abenteuerlich. Ich komme zu einigen Heiligtümern und einer tiefen Senke, wo Steinstufen zu einer Höhle führen. Ich gehe diese Treppe nach unten, aber nicht in die Höhle hinein. Der Ort wirkt eher bedrohlich. Später lese ich, dass es gefährlich sei, sich dort aufzuhalten, weil die Luft schlecht sei (zu viel CO2 meinen die einen, toxische Gase von Guano die andern). Ich habe aber nichts davon gespürt. Ich folge dem Pfad weiter und komme zum riesigen 1000-jährigen Baum und zu einer grossen Buddha Statue. Ein Lao spricht mich an und will sein Englisch üben, später kommt ein Paar aus Deutschland mit dem Roller angefahren. Sie haben offenbar die bessere Abzweigung genommen. Diese Strasse fahre ich nun auch zurück zur Hauptstrasse, welcher ich weiter folge. Sie ist nicht sehr breit und die Lastwagen fahren schnell. Ich komme unbeschadet zu Mr. Vieng Homestay und Kaffeeplantage, wo ich ein Zimmer beziehe und verpflegt werde. Weitere Gäste sind P. aus Deutschland und C. aus Frankreich.