Um 7.45 nehmen wir ein Tuk Tuk zum Aing Kimsan Bicycle Shop. Unsere TREK Marlin Räder stehen schon bereit mit Helm und Schloss. So muss ich nur noch meine ID hinterlegen, und wir können losfahren.
Jetzt gilt es, das nächste Problem zu lösen. Obwohl ich gestern den Support der AngkorWat App kontaktiert hatte, habe ich keine Antwort erhalten und so haben wir auch keine Eintrittskarten zu Angkor Wat. Darum fahren wir zur Verkaufsstelle. Hier muss ich nicht mal an den Schalter, eine Angestellte erkundigt sich nach meinem Wunsch. Sie ruft einen weiteren Angestellten herbei, welcher meine E-Mail Adresse braucht. 7 Minuten später erhalte ich ein Mail mit den Eintrittskarten. Ich bedanke mich beim Angestellten, und wir fahren Richtung Tempelanlage. Beim Wassergraben von Angkor Wat biegen wir rechts ab, hier gibt es einen Radweg, dem wir bis zur östlichen Ecke folgen, dann weiter nach Norden und bald der Strasse nach Nord-Osten folgend. Die bringt uns zum Kravan Tempel, wo wir an einem Stand Kokoswasser trinken, bevor wir uns den Tempel anschauen. Weiter geht es, bis der Radweg die Autostrasse in westlicher Richtung verlässt, und durch einen schönen Wald einer Tempelmauer entlang führt. Dieser Weg, abseits der Strasse und mitten durch den Wald gefällt uns sehr, man fühlt sich wie auf Entdeckerpfaden. Durch eine Maueröffnung folgen wir einem Weg ins Innere der Anlage und bestaunen das Banteay Kdei Kloster. Wir fahren zurück zur Mauer und umrunden die Anlage. Wir kommen am West- und am Nord-Tor mit vierfachem Buddha-Gesicht vorbei. Weiter geht es dem See entlang zum Pre Rup Tempel. Von der hohen Plattform hat man eine tolle Aussicht. Wir folgen weiter der Grossen Runde und sehen uns den Neak Pean Tempel an, welcher auf einer Insel im Baray Reservoir liegt.
Der Baray ist ein antikes Wasserreservoir, das durch einen Damm um den Tempel herum errichtet wurde. Seine Hauptfunktionen waren:
– Auffüllen des Grundwassers, um die Feuchtigkeit der Sandschicht unter dem Tempel zu gewährleisten und so dessen Stabilität zu sichern;
– Bewässerung flussabwärts;
– Wasserversorgung für den täglichen Bedarf;
– Überschwemmungsschutz in der Region durch temporäre Wasserspeicherung während der Regenzeit.
Der Nord-Baray wurde unter König Jayavarman VII. (1181–1218) erbaut. Sein ursprünglicher Name war Jayatataka „Chey Tadak“. Einige Einheimische nennen ihn „Veal Reach Dak“, Nord-Baray oder „Baray Neak Poan“. Der Nord-Baray ist 3.600 Meter lang und 930 Meter breit. Im Zentrum befindet sich der Tempel Neak Poan (wie auch bei den anderen Barays). An seinem westlichen Rand führt eine Terrasse zum Tempel Preah Khan. Er ist seit über 500 Jahren ausgetrocknet. Einige Forscher hielten eine Restaurierung für unmöglich. Im Jahr 2007 reparierte die Wasser- und Forstbehörde der APSARA-Nationalbehörde das System – das 2005 vom Leiter der Wasser- und Forstbehörde entdeckt worden war – die alten Kanäle und Dämme und errichtete Schleusentore, um den Wasserfluss im alten Wassersystem von Baray zu regulieren. 2008 begann das Wasser wieder in den nördlichen Baray zu fließen und speiste über einen Kanal den Burggraben von Angkor Thom sowie über das Grundwasser die Burggräben der Tempel Preah Khan und Neak Poan. Der Wasserzufluss in den Nord-Baray betrug 2008 700.000 Kubikmeter, 2009 3.000.000 Kubikmeter, 2010 3.678.000 Kubikmeter und 2011 5.000.000 Kubikmeter. Der Nord-Baray mit seinen umliegenden Tempeln wie Neak Poan, Preah Khan und Angkor Thom ist ein wichtiges Lehrmittel für die Öffentlichkeit, um das hydraulische System von Angkor Thom zu verstehen. Er ist der wichtigste Stausee, der die Stadt Angkor Thom über einen eigenen Wasserkanal mit Wasser versorgt, das von einem Abfluss an der südwestlichen Ecke des Baray abfließt. Auch der Burggraben des Tempels Preah Khan ist dank des Nord-Baray stets mit Wasser gefüllt.
Die APSARA-Nationalbehörde organisiert außerdem Naturführungen im südlichen Teil des Nord-Baray sowie Bootsfahrten unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung, um nationale und internationale Touristen, die die Stätte von Angkor besuchen, anzulocken und ihnen Einblicke in die Gemeinschaft und das Wassermanagement in Angkor zu ermöglichen. Ein Besuch des Tempels Neak Poan verdeutlicht den Touristen die unterirdische Verbindung seiner Becken mit dem Nord-Baray.
Wir fahren zum Bayon Tempel, den kannten wir beide noch nicht. Wir sind von der Grösse der Anlage beeindruckt.
Die Strasse führt weiter nach Angkor Wat, wo es nicht zu viele Leute hat und der obere Stock des Tempels heute zugänglich ist (letztes Jahr durfte man nicht hinauf, weil Feiertag war). Wir wandern zurück zum Eingang und es beginnt zu regnen. Beim Fahrradparkplatz schüttet es bereits fürchterlich, wir suchen etwas Schutz unter einem Baum. Vergeblich, wir werden klitschnass. So beschliessen wir, weiter zu fahren, machen dann aber doch wieder Halt bei einem Haus, wo viele Motorradfahrer Schutz gesucht haben. Als es nicht mehr ganz so schlimm schüttet, fahren wir weiter. Es regnet aber immer noch heftig, auf der Strasse hat es viele Äste und tiefes Wasser. Es ist auch eher kühl. Zum Glück geht der Regen zurück, als wir Siem Reap erreichen, und die Sonne wärmt uns etwas. So kann ich auch mein iPhone trocknen und es zum Navigieren verwenden. Wir schaffen es zurück zum Fahrradverleih. Mit einem Tuk Tuk geht es weiter zum Hotel, wir geniessen die heisse Dusche.
Zurück in der Innenstadt essen wir ein weiteres Mal im Mesa und gehen für Glacé beim Khmer Gelato.


















