Es ist noch dunkel, als ich um 6 Uhr die Laufschuhe montiere und Richtung Nong Bua Lake renne. Um diese Zeit hat es fast keinen Verkehr, es ist also stressfrei. Zum See ist es gut ein Kilometer. Jetzt zeigen sich schon die ersten Sonnenstrahlen. Um den See und auf seinen Inselchen ist ein Park angelegt, es hat wieder separate Wege für Fussgänger und Radfahrer, auch Fitness-Stationen fehlen nicht. Ich laufe drei Runden um den See, dann kehre ich zum Hotel zurück.

Nach der Dusche suche ich einen Ort zum Frühstücken. Brunch Udon tönt gut, also spaziere ich dorthin, das Café ist neben dem Einkaufszentrum Central Plaza, wo ich gestern war. Ich bestelle einen Avocada Toast mit Ei. Der ist ganz ok. Der Kaffee, den ich bestellt habe, ist aber der Schlimmste, den ich je hatte. Ich weiss nicht, nach was er schmeckte, aber definitiv nicht nach Kaffee. Darum muss ich nach dem Frühstück gleich ins 7-Eleven, um einen richtigen Kaffee zu kaufen.

Im Zimmer spiele ich etwas Gitarre. Später wandere ich zu einem weiteren See mit Park, dieser ist weiter weg und grösser und heisst Nong Prajak. Auch hier findet man Rad und Fusswege, mehr Infrastruktur, Fitnessgeräte, eine Blumenuhr und zwei Hängebrücken. Ich spaziere auf die Insel. In einem Gebäude höre ich Musik, ich höre vom Eingang her zu, wie ein Senioren-Orchester probt. Eine Musikerin bittet mich, reinzukommen und Platz zu nehmen. Sie selbst spielt das Saw Duang, ein Instrument mit zwei Saiten, wo der Bogen zwischen den beiden Saiten hindurchgeführt ist, wie sie mir zeigt. Weitere Instrumente in diesem Orchester sind das Khim, eine Art Hackbrett, tiefere Varianten des Saw, dazu hat es Perkussion mit Taphon (Trommel) und Chap (kleine Becken).

Nach dem nächsten Stück bedanke ich mich und gehe zurück zum Ufer, dem ich weiter folge. Ich könnte jetzt ins Udon Thani Museum, das wäre in der Nähe. Oder vielleicht zur Ho Chi Minh Gedenkstätte, welche 10 km ausserhalb der Stadt liegt. Ich schaue nach, was das mit Grab kostet. 151 Baht! Das leiste ich mir.

Schon bald kommt ein netter Fahrer mit seinem Elektroauto und bringt mich zum Ho Chi Minh Historical Park. Mein Chauffeur meint, er sei noch nie hier gewesen, so frage ich, ob er den Ort mit mir besichtigen wolle und mich dann wieder in die Stadt zurückfährt. Er findet das eine gute Idee, zumal er so nicht leer zurückfahren muss.

Ein Angestellter zeigt uns die Ausstellung mit Informationen zum Leben und Wirken des Gründers der Demokratischen Republik Nordvietnam. Neben der Ausstellung steht das einfache Haus, wo Ho Chi Minh vor fast 100 Jahren für drei Monate lebte und Kinder und Erwachsene unterrichtete.

Im Bau befindet sich ein neues Zentrum, ein wunderschönes Holzhaus aus Teak wurde soeben fertiggestellt. Wir fahren zurück in die Stadt. Mein Fahrer J. und ich plaudern und finden heraus, dass wir beide einige Zeit in Nevada gelebt haben, er etwas südlich von Las Vegas. Wir tauschen die Telefonnummern aus, damit wir in Kontakt bleiben können.

Gegen 16 Uhr nehme ich ein Taxi zur Udoncity Walking Street, das ist ein Wochenendmarkt in der Nähe des Prajak Sees. Ich bin etwas zu früh, der Markt beginnt um 17 Uhr, so sind alle noch mit dem Aufstellen der Verkaufsstände beschäftigt. Ich kriege Hunger und um 17 Uhr kaufe ich Takoyaki. Sehr lecker. Weiter geht es mit frischer Grapefruit, schon geschält und filetiert (teuer: 100 Baht), köstlichen Teigtaschen mit verschiedener Füllung und einem Bahn Mi. Jetzt bin ich aber satt. Mit dem Taxi fahre ich zum Hotel.